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Für eine bessere Spendenkultur
1/7/2009 von Stefan Loipfinger
Archivtext

TNS-Spendenmonitor

Spendenbereitschaft bis Oktober 2008 unverändert

Seit 14 Jahren veröffentlicht TNS infratest den Deutschen Spendenmonitor. Der neu untersuchte Zeitraum November 2007 bis Oktober 2008 ergab eine von 40 auf 42 Prozent erhöhte Spendenquote der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren. Der durchschnittliche Spendenbetrag der 27 Millionen Privatpersonen reduzierte sich von 108 auf 102 Euro, wodurch die Gesamtspendensumme mit 2,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr in etwa unverändert blieb. Angesichts des Befragungszeitraum der 4.000 repräsentativ ausgewählten Personen von Mitte September bis Oktober 2008 kann allerdings noch keine Beruhigung hinsichtlich der aktuellen Finanzmarktkrise und der daraus entstandenen Wirtschaftsrezession gegeben werden.

Details. Wie im Vorjahr ist der Unterschied in der Spendenfreudigkeit von Frauen im Vergleich zu Männern unverändert geblieben. Nach 42 Prozent im Vorjahr spendeten im letzten Befragungszeitraum nun 44 Prozent der Frauen über 14 Jahre. Bei den Männern erhöhte sich die Spendenquote von 38 auf 40 Prozent. Die Unterscheidung nach Ost- und Westdeutschland brachte eine gewisse Reduzierung der Vorjahresdifferenz. Während in Westdeutschland die Spendenquote von 42 auf 43 Prozent stieg konnten die in Ostdeutschland lebenden Bürger durch einen Anstieg von 32 auf 37 Prozent die Differenz verringern. Zahlen über den Spendenbetrag von Ost- und Westdeutschen wurden von TNS infratest allerdings nicht veröffentlicht. Das gleiche gilt für die vorgenommenen Unterscheidungen hinsichtlich der Alters- und Berufsgruppen. Die unter www.tns-infratest.com abrufbaren Zahlen weisen nur die Spendenquote aus. Dabei ist, wie schon die Vorjahre, ein extremes Gefälle zwischen jüngeren und älteren Bundesbürgern erkennbar. Während bei den 14 bis 19-jährigen nur jeder achte spendet, geben bei den über 65-jährigen fast zwei von drei Privatpersonen Geld an gemeinnützige Organisationen. Hinsichtlich des Einkommens ist das Gefälle nicht ganz so groß. Allerdings geben Selbständige, Freiberufler, leitende Beamte und leitende Angestellte öfter Geld als "andere Arbeiter".

CW-Meinung. Der TNS-Spedenmonitor ist in zweifacher Hinsicht nur eine Indikation für das aktuelle Spendenverhalten der Deutschen. Zum Einen werden nur Privatspenden und keine Firmenzuwendungen erfasst. Laut Jan Borcherding von TNS infratest ist ein solche „B2B-Studie“ allerdings in Planung, sofern deren Finanzierung gewährleistet ist. Zum Anderen ist der Befragungszeitraum Mitte September bis Mitte Oktober 2008 aufgrund der dramatischen konjunkturellen Verschlechterung danach nicht aussagekräftig hinsichtlich der Auswirkungen auf das Spendenverhalten durch die Finanzkrise. Verbesserbar wäre auch, dass statistische Unterscheidungen nur nach der Spendenquote und nicht nach der Spendenhöhe vorgenommen werden. Allerdings sind derartige Informationen nur den 25 bis 30 großen gemeinnützigen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen vorbehalten, die die Erstellung der Studie finanzieren.