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Für eine bessere Spendenkultur
5/5/2008 von Stefan Loipfinger
Archivtext

Hilfe für Sri Lanka

Spenden kommen bei Tsunami-Opfern an

Der Tsunami 2004 hat eine nie da gewesene Spendenbereitschaft ausgelöst. Viele Organisationen waren mit der sinnvollen Verwendung der oft zweckgebundenen Mittel überfordert. Der Verein „Hilfe für Südwest Sri Lanka e.V.“ ist als kleiner und stark auf eine Region focusierter Verein dagegen deutlich effektiver. Durch ein hohes ehrenamtliches Engagement kommen Spenden zu 100 Prozent an. Der Vorstand entscheidet vor Ort und kontrolliert die zweckgerichtete Verwendung.

Vorstellung. Der Verein wurde am 6. Januar 2005 gegründet. Zweck ist es, Bedürftige finanziell zu unterstützen, die durch die Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 und deren Folgeschäden ihr Hab und Gut verloren haben. Fokusiert ist der Verein dabei auf die Südwestküste von Sri Lanka, insbesondere die Regionen Beruwala, Aluthgama und Bentota. Neben finanzieller Unterstützung für medizinische, schulische und sonstige lebensnotwendige Projekte wird auch in Form von Patenschaften geholfen.

Transparenz. Der Vorstandsvorsitzende Hans Heinrichs lebt höchste Transparenz. Neben verschiedenen Tätigkeitsberichten, die sehr ausführlich über die Verwendung der Spendengelder informieren, hat er den Jahresbericht für 2007 zur Verfügung gestellt. Darin ist die ausführliche Einnahmen-Ausgabenrechnung für 2007 enthalten. Ungewöhnlich für einen Verein mit Gesamteinnahmen von 260.000 Euro im vergangenen Jahr ist, dass der Jahresbericht durch einen Wirtschaftsprüfer testiert ist. Dieser Bericht wurde auch zur Verfügung gestellt.

Zielerreichung. Nur 19,50 Euro Nebenkosten des Geldverkehrs sind als Verwaltungskosten entstanden. Porto und EDV-Kosten und die Abschluss- und Prüfungskosten über insgesamt 7.000 Euro wurden in Form von Sach-/Aufwandsspenden erbracht. Kosten für die Hilfsreisen wurden von den jeweiligen Reisenden selbst getragen. Somit kamen die gesamten Einnahmen des Vereins gerundet zu 100 Prozent den Hilfsbedürftigen zu Gute.

CW-Meinung. Dass der Tsunami von 2004 langfristige Probleme begründete, ist nahe liegend. Die meisten Hilfsorganisationen haben aber die anfänglich sehr ausgeprägte Unterstützung längst reduziert. Deshalb hebt sich das sehr stark fokusierte Langfristziel von Hilfe für Südwest Sri Lanka e.V. positiv aus dem Gesamtumfeld ab. Beeindruckend ist das ehrenamtliche Engagement der Vorstände und anderer Personen, die Reisekosten und ähnliches immer aus eigener Tasche bezahlen. Eigentlich anfallende Verwaltungskosten werden durch Sach-/Aufwandsspenden erbracht, wodurch eine 100-prozentige Zielerreichung möglich ist.