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Für eine bessere Spendenkultur
12/15/2011 von Stefan Loipfinger
Archivtext

In eigener Sache

„Die Spendenmafia“: Produktives Medienecho

Seit einigen Wochen ist das Buch „Die Spendenmafia – Schmutzige Geschäfte mit unserem Mitleid“ nun im Verkauf. Das für 8,99 Euro erhältliche Taschenbuch wird vom Knaur-Verlag verlegt und hat ein beachtliches Presseecho ausgelöst. Rund 20 Fernsehinterviews auf fast allen großen Kanälen, noch mehr Radiobeiträge und eine Vielzahl von Hinweisen in Printmedien sind das bisherige Ergebnis. Der allgemeine Tenor ist im Grunde die Botschaft des Buches: Es ist wichtig und richtig zu spenden, aber bei der Auswahl der begünstigten Organisation ist blindes Vertrauen fehl am Platz. Wenn es gelingt, die dreistelligen Millionenbeträge, die jährlich von unseriösen Vereinen vereinnahmt werden, auf wirklich unterstützenswerte Hilfswerke umzulenken, dann hat das Buch sein Ziel erreicht.


Pressestimmen. Die Überschrift der Welt am Sonntag lautete kurz und prägnant: „Lesen!“ Simon Nüsseler schrieb weiterhin: „Loipfingers Buch deckt auf, wie scheinbare Wohltäter unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit Unsummen ergaunern.“ Idea, die evangelische Nachrichtenagentur lobte den Stil: „Es liest sich teilweise wie ein Krimi (…)“. Das Finanzmagazin Euro sieht das ähnlich. Der Schreibstil wird als „leidenschaftlich und in vielen Passagen sehr packend beschrieben“. Die Kollegin Renate Daum von Gruner + Jahr stellte fassungslos in Börse Online fest: „Kaum zu glauben sind die Skandalfälle, die Stefan Loipfinger beschreibt. Dennoch werben Prominente für zweifelhafte Organisationen, eine effektive staatliche Kontrolle gibt es nicht.“ Das zentrale Thema der fehlenden Kontrolle griffen auch die Financial Times Deutschland – „Kontrolle ist besser“ – die Wochenzeitung Der Freitag, die Tageszeitung Die Welt oder beispielsweise das Finanzmagazin Capital auf. Die Stiftung Warentest hat zum wiederholten Male in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift test Spendern empfohlen, CharityWatch.de zu nutzen. Der Kultursender Deutschlandradio setzt noch eins drauf: „Das Haupterfordernis für das Vertrauen des Spenders ist und bleibt allerdings das Bemühen einer Organisation, so wenig wie möglich eigene Bürokratie, eigene angemietete Bürogebäude, eigene angemietete Fahrzeuge und Festangestellte zu haben und zu beschäftigen. Daran werden Spender sich auch in Zukunft in Deutschland ausrichten. Auf dem Weg dahin wird Loipfingers Buch wichtiger Wegweiser und Ratgeber sein.“

Funk und Fernsehen. In den letzten Wochen wurden an manchen Tagen gleich mehrere Fernsehteams in Rosenheim empfangen. Die öffentlich rechtlichen Fernsehsender BR, HR, MDR, NDR, SWR und das ZDF waren ebenso zu Gast wie Teams im Auftrag von SAT1 und RTL. Der NDR brachte am 12. Dezember eine 45-minütige Reportage über den leider viel zu häufig vorkommenden Missbrauch im Spendensektor. Vom MDR wird am 20. Dezember um 20.45 Uhr ebenfalls eine halbstündige Reportage mit dem Titel „Geschäfte mit unserem Mitleid“ ausgestrahlt. Wer die einzelnen Beiträge noch sehen möchte, der findet unter www.facebook.com/charitywatch Links zu den jeweiligen Mediatheken der Sender.

Erfolgreiche Themensensibilisierung. Der eigentliche Erfolg des Buches liegt jedoch in der nachweisbaren Sensibilisierung für das Problem an sich. Schon jetzt greifen Redaktionen und Journalistenkollegen das Thema auf und recherchieren Fälle mit lokalen und regionalen Bezügen: Das ZDF-Magazin Mona Lisa deckte zum Beispiel die häufig verschleierte Provisionspraxis der Malteser auf. Report Mainz, ARD, kritisierte in der Sendung am 13. Dezember 2011 die Methoden der Johanniter. Das Wirtschaftsmagazin Plusminus griff in seiner Sendung vom 30. November 2011 Fälle von „Greenwashing“ auf, die in „Die Spendenmafia“ besprochen werden. Dichte und Inhalt der in jüngster Zeit an CharityWatch.de ergehenden Leseranfragen belegen darüber hinaus, dass auch Spender wacheren Auges an das Thema herangehen.

Kritiker. Natürlich hat dieser Erfolg für die gute Sache erneut diejenigen motiviert, die auch schon in der Vergangenheit durch Verleumdungen und andere Machenschaften versuchten, ihre eigenen Pfründe zu sichern. Bei weit über 100 Millionen Euro, die nicht im Sinne der Spender verwendet werden, ist viel Geld für Gegenwehr mobilisierbar. Und wie in der Vergangenheit sind die Methoden nicht immer sauber. Aktuell verschickt beispielsweise eine „sonnenblume87432149“ anonym Schreiben in größerem Stil. Ziel ist es, CharityWatch.de, das Buch „Die Spendenmafia“ und den Autor zu denunzieren.

Vier Pfoten. Großflächig verteilt wird derzeit ein Vergleich mit der Stiftung Vier Pfoten. Aufgrund einer geforderten Unterlassungserklärung zu Passagen im Buch wurde wegen kleinerer bedauernswerter Fehler, die sich bei den verschiedenen Überarbeitungen des Ursprungsmanuskripts eingeschlichen hatten, eine Vergleichsvereinbarung geschlossen. Gegenstand dieses Vergleichs sind einige Änderungen, die in der demnächst erscheinenden 2. Auflage vorgenommen werden. Dies ist selbstverständlich, da es nicht die Absicht des Autors ist, missverständliche Aussagen zu treffen. Wenn Vier Pfoten allerdings verbreitet, das Buch müsse neu verlegt werden, dann ist das nicht korrekt. Die Erstauflage darf weiterhin verkauft werden und in der demnächst zu druckenden Zweitauflage werden einige Punkte geändert. Nicht betroffen ist aber die Kernkritik an Vier Pfoten, dass viel zu wenig Geld bei den Tieren ankommt. Deswegen warnt CharityWatch.de auch weiterhin vor Spenden an diese zweifelhafte Tierschutzorganisation.

CW-Meinung. Weder im Buch noch bei CharityWatch.de sollen eventuell missverständliche oder gar fehlerhafte Aussagen verbreitet werden. Auch wenn unter Beachtung journalistischer Grundsätze sehr sorgfältig gearbeitet wird, kann dies nicht immer ausgeschlossen werden. Selbst den seriösesten Medien passieren Fehler – schließlich arbeiten überall nur Menschen. Völlig selbstverständlich werden solche selten vorkommenden Fälle korrigiert. Allerdings handelt es sich dabei um Ausnahmen. In den gegen CharityWatch.de bisher angestrengten Rechtsverfahren begehren die vermutlich meist mit Spendengeld bezahlten Rechtsanwälte in mehr als 90 Prozent der Fälle zu Unrecht eine Unterlassung, wie die Urteile bisher bestätigen. CharityWatch.de stellt, wie andere seriöse Medien, nur belegbare Tatsachenbehauptungen auf. Alles, was auf dieser Homepage nachlesbar ist, kann unwidersprochen behauptet werden oder wurde zum Teil sogar gerichtlich bestätigt.

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