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Für eine bessere Spendenkultur
11/3/2010 von Stefan Loipfinger
Archivtext

Projekt WHY Deutschland e.V.

Spende bei Buchung einer Reise

Hilfe für arme Kinder in Indien
Bild: ©TheFinalMiracle-Fotolia.com

Bei jeder Buchung einer Tour-Vital-Reise werden zwei Euro gespendet. Eine Indienreise bringt sechs Euro pro Buchung für den guten Zweck. Dieser nennt sich Projekt WHY und hilft Kindern und Jugendlichen in Indien. Seit 2008 existiert dazu der Projekt WHY Deutschland e.V. mit Hans Emde als Vorstand und Geschäftsführer. Emde ist auch Geschäftsführer von Tour Vital und schreibt zu der Kooperation: „Tour Vital unterstützt Projekt WHY seit Juli 2007. (…) In Abstimmung mit der lokalen Projektleitung in Indien werden Förderziele definiert und finanzielle Unterstützung zur Deckung der laufenden Kosten (circa 5.000 Euro pro Monat) von Projekt WHY gewährt.“

Vereinszweck. Die indische Projekt WHY wurde 2000 gegründet und bekommt seit 2008 Unterstützung durch den deutschen Verein Projekt WHY Deutschland. Die Tour-Vital-Geschäftsführer Beat Zingg und Hans Emde sind Gründungsmitglieder des Vereins. Profitieren sollen Kinder und Jugendliche in den Slums von Neu Delhi. Sie erhalten medizinische Unterstützung und deren schulische Bildung wird gefördert.

Anfrage. Ein Leserhinweis machte auf den Verein aufmerksam. Deshalb wurde im Februar 2010 ein Jahresbericht mit Finanzzahlen erbeten. Monate später kam erst mal eine ablehnende Antwort, die der Verein nun revidierte. Der Schatzmeister Michael Rudnik stellte einen Tätigkeitsbericht für 2009 zur Verfügung und beantwortete Fragen an den Verein. Danach bezieht der Vorstandsvorsitzende Hans Emde, der auch als Geschäftsführer für den Verein arbeitet, kein Gehalt. Bis auf eine geringfügige Beschäftigung von Julia Wuppermann, die ebenfalls Mitglied des Vereinsvorstandes ist, „bestehen keine entgeltlichen Vertragsbeziehungen zu Vorstands- beziehungsweise Vereinsmitgliedern“.

Finanzen. Im Vorjahr wurden 21.400 Euro Einnahmen verbucht, von denen 14.900 Euro nach Indien weiter geleitet wurden. An Verwaltungs- und Werbekosten entstanden 4.300 Euro oder 22,4 Prozent der Gesamtausgaben. Der Rest von 2.200 Euro blieb als Vortrag für dieses Jahr.

CW-Meinung. Ein Verein dieser Größe sollte keine Werbungs- und Verwaltungskosten in Höhe von 22,4 Prozent der Gesamtausgaben aufweisen. Da Zweidrittel davon allerdings auf eine größere Informationsveranstaltung mit 200 Interessierten zurück zu führen sind, war laut Rudnik die Quote im Vorjahr ungewöhnlich hoch. Besserung stellte er auch bei der Transparenz des Vereins in Aussicht. Damit sind zumindest die kritischen Anmerkungen eines Lesers ausgeräumt, wenngleich CharityWatch.de derzeit noch keine Empfehlung ausspricht. Das meiste Geld bekommt Projekt WHY Deutschland aber ohnehin von Reiseteilnehmern. Und niemand wird nur wegen der geringen Spende von zwei Euro eine Reise extra bei Tour Vital buchen.

Tags: projekt whyindienslumkinderhans emdebeat zinggmichael rudnikjulia wuppermanntour vital