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Für eine bessere Spendenkultur
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List-Image: LG München INach nur einem Verhandlungstag wurde in diesem Gebäude das Urteil gesprochen
Bild: Landgericht München I

Haftstrafen auf Bewährung

Über fünf Millionen Euro veruntreut

04.02.2010 • Am 3. Februar wurde der Prozess gegen Heidrun Sch. und ihren Sohn Carsten Sch. vor der 5. Strafkammer des Landgerichts München eröffnet. Sie mussten sich einer Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue stellen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte das Mutter-Sohn-Gespann sich über einen Zeitraum von drei Jahren widerrechtlich um insgesamt über fünf Millionen Euro bereichert zu haben. Diese Summe ging von den Konten der Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur e.V. in das Privatvermögen der Beschuldigten über. Die Beweisaufnahme der Staatsanwaltschaft München dauerte mehrere Jahre und für den Prozess wurden acht Termine anberaumt. Durch umfassende Geständnisse der beiden Angeklagten kam es jedoch schon am ersten Verhandlungstag zur Urteilsverkündung. Die Geständigkeit von Heidrun und Carsten Sch. wurde von der Staatsanwältin „hoch angesehen“ und so kam es zu einem Strafmaß, mit dem leider nur die Angeklagten höchst zufrieden sein können. [mehr]

List-Image: Logo KIN, DGTN uaDie Logos von vier zweifelhaften Vereinen

Vier Vereine im Kreuzfeuer

Verurteilung ist noch kein Neuanfang

04.02.2010 • Heidrun Sch. und ihr Sohn Carsten Sch. haben zusammen gewerbsmäßige Untreuevorwürfe in Millionenhöhe gestanden. Die geschädigten Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche Gesellschaft Tiere & Natur e.V. wurden 2002 bis 2004 um über fünf Millionen Euro gebracht. Beide Vereine sind immer noch aktiv und es bestehen bedenkliche Verbindungen zu zwei anderen Organisationen. Für fast 30.000 Mitglieder stellt sich deshalb die Frage, ob sich trotz Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wirklich etwas verändert hat? [mehr]

Die kleine Pyramide e.V.

Armut im Tal der Könige

03.02.2010 • Luxor kennen viele, schon alleine wegen der traumhaften Bauwerke aus der Zeit der Pharaonen. Wer in der „Stadt der Paläste“ (Übersetzung von Luxor) jedoch die Westseite des Nils besucht, wird dort schnell von der Gegenwart eingeholt. Die vorherrschende Armut ist erdrückend. Deshalb hat der 1998 in Trier gegründete Verein „Die kleine Pyramide“ viel zu tun. Er setzt sich für Kinder in Not ein. CharityWatch.de recherchierte vor Ort und kommt zusammen mit den geprüften Finanzzahlen zu einem guten Ergebnis. [mehr]

List-Image: Hilfe für WeissrusslandInfozettel von einem Sammelkorb
Bild: Lion Schiner

Hilfe für Weißrussland e.V.

Gemeinnütziger Anstrich gegen geringe Gebühr

02.02.2010 • Altkleidersammlung ist ein Bereich der Wohltätigkeitsarbeit, in dem sich unseriöse Organisationen geradezu tummeln. Viele Menschen reagieren zu Recht mit großem Misstrauen, wenn wieder ein Mal ein Sammelkorb ungefragt auf ihrem Grundstück platziert wird. Oft haben die Infoblätter, die an den Körben angebracht sind, ihren Namen kaum verdient. Nur bei sehr genauer Betrachtung entlarven sie die wahren Absichten der Scheinheiligen. Das gilt ebenso für den Verein Hilfe für Weißrussland, der seinen Namen bundesweit für Altkleidersammlungen zur Verfügung stellt. Doch wie so oft zahlt sich die Mühe aus, das Kleingedruckte zu lesen. Denn dann erscheint auch dieser Vertrauensträger in einem ganz anderen Licht. [mehr]

List-Image: Hand in HandInfozettel einer Kleidersammlung
Bild: ADD, Trier

Hand in Hand e.V.

Keine Trennung zwischen Wohltätigkeit und Gewerbeausübung

01.02.2010 • Wieder hat Deutschlands einzige Behörde, die die Verwendung von Spenden überprüft, ein Sammlungsverbot ausgesprochen. Laut ADD Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier darf der Verein Hand in Hand aus Bad Berleburg keine Kleidersammlungen mehr in Rheinland-Pfalz durchführen. Die erschütternde Begründung der Behörde: „Im Rahmen einer sammlungsrechtlichen Überprüfung waren die Vorlagen des Vereins nicht geeignet, eine zweckentsprechende Verwendung der Sammlungserträge nachzuweisen und insbesondere eine klare Trennung zwischen ‚Wohltätigkeit’ und ‚Gewerbeausübung’ vorzunehmen.“ [mehr]

Professor Hermann Sailer – CCI Cleft Children International

Keine Aufklärungsbereitschaft trotz harter Vorwürfe

28.01.2010 • CCI Cleft Children International leistete fragwürdige Zahlungen an den Gesichtschirurgen Professor Dr. med. Dr. med. dent. Dr. h.c. mult. Hermann Sailer und seine Lebensgefährtin Dr. h.c. Erika Schwob – zumindest belegen das Kopien von Rechnungen und Kontoauszügen, die bereits vor Monaten in der Prost von CharityWatch.de landeten. Der in Deutschland geborene Mediziner hatte sich, wie es aussieht, nicht nur teure Spesenabrechnungen vergüten lassen. Mit den Vorwürfen konfrontiert schaltete Sailer sofort Anwälte ein. In einer Stellungnahme wurden von einer im schweizerischen Eglisau ansässigen Treuhandgesellschaft alle Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Allerdings nur sehr allgemein. So hieß es etwa, bestimmte Beträge wären von Sailer und seiner Lebensgefährtin zuzüglich Zinsen und Zinseszinsen zurückbezahlt worden, ohne jedoch die Rückzahlungen konkret zu beziffern. Was aber letztendlich „berechtigte Leistungen“ – und auch nach einer Sonderprüfung in Rechnung gestellte Beträge sind – bleibt im Dunkeln. [mehr]

List-Image: Mädchen MekongLeben am Mekong
Bild: Hajo Schneck

Ebersberger Förderverein Interplast e.V.

Effizient, transparent und voller Tatendrang

25.01.2010 • Gerade einmal zwei Wochen nach dem Beginn des neuen Jahres stand er in der Redaktion von CharityWatch.de: Prof. Dr. Hajo Schneck, Gründer und Vorstandsvorsitzender des eingetragenen Ebersberger Fördervereins Interplast (EFI). Beladen mit einer schweren Tasche voller Ordner und Belege gewährte der Anästhesist Einblick in die Abrechnungen eines ganzen Jahres. So zeitnah und vor allem transparent schaffte es bisher keine Hilfsorganisation. Und das Beste daran: So viel Freude bei der Durchsicht finanzieller Unterlagen hatte CharityWatch.de selten. Nur 2,4 Prozent kostete die Verwaltung plus 600 Euro Miete für die Lagerung von Materialspenden, während 64.900 Euro direkt hilfsbedürftigen Menschen zu Gute kamen. [mehr]

List-Image: aufmerksamer HundWas macht der Tierschutzverein Hannover mit seinem Geld?
Bild: Susanna Berndt

Tierschutzverein für Hannover und Umgegend e.V.

Verluste aus der Mitgliederwerbung beendet

21.01.2010 • Mit einem Gesamtvereinsvermögen von 2,6 Millionen Euro per Ende 2007 und 12.500 Mitgliedern geht es dem 1844 gegründeten Tierschutzverein für Hannover und Umgegend e.V. eigentlich gut. Trotzdem hat Geschäftsführer Heiko Schwarzfeld jetzt seine Zusage vom Dezember 2009 widerrufen, die Jahresbilanz 2008 an CharityWatch.de zu übersenden. Ob das mit der teuren Mitgliederwerbung durch die Firma Service94 von Frank Kroll zusammen hängt? Zumindest bestätigte Schwarzfeld im vergangenen Jahr telefonisch einen sehr hohen Preis. [mehr]

Herzen für eine neue Welt e.V.

Große Wirkung durch Fokussierung

21.01.2010 • Vor allem in den ländlichen Gegenden Perus herrscht große Armut. Nachdem der zwischenzeitlich pensionierte Diplom-Ingenieur Dr. Dieter Arnold das gesehen hatte, gründete er 1998 den Verein Herzen für eine neue Welt. Die Hilfe konzentriert sich auf das Chicon-Tal in den Anden Perus, 3.000 Meter über dem Meeresspiegel. 1.100 Menschen leben dort. Sie alle profitieren von neu geschaffenen Einrichtungen für die Dorfgemeinschaft, einem Kinderdorf für verwaiste Kinder und einer Schule. Ziel des Vereins ist es, neben der notwendigen Soforthilfe langfristig dazu beizutragen, dass sich die Lebensbedingungen verbessern und die Abwanderung in die Großstädte verringert. In Deutschland kommt der Verein mit vernünftigen Administrationskosten von 14 Prozent aus. In Bezug auf Unterlagen und Fragen ist er sehr transparent. [mehr]

List-Image: Slum von HaitiSchon vor dem Erdbeben war Haiti sehr arm
Bild: www.achim-pohl.de

Erdbebenkatastrophe in Haiti

Eine Liste mit empfehlenswerten Haitihelfern

14.01.2010 • Am 12. Januar erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7 den Inselstaat Haiti. In der Hauptsstadt stürzten reihenweise Häuser ein, darunter sogar das Regierungsgebäude, eines der wenigen solideren Bauten. Die Lehmhütten in den Slums sind dem Erdboden gleichgemacht. Von 100.000 Toten ist die Rede. Damit wäre es die schlimmste Naturkatastrophe seit dem Tsunami vor fünf Jahren. Entsprechend groß ist das Interesse, zu helfen. Doch welche Organisation leitet das Geld in Form von sinnvoller Unterstützung wirklich an die bedürftige Bevölkerung weiter? Gerade bei einem von Korruption durchsetzten Land gibt es zahlreiche Hindernisse, die vor allem vor Ort unerfahrenen Vereinen die Arbeit schwer machen. Deshalb ist es besonders wichtig darauf zu achten, ob die Hilfsorganisation schon vor der Katastrophe im Land tätig war. Denn ohne Strukturen und Kontakte vor Ort verpufft das meiste Geld. [mehr]

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Deutschland ist in doppelter Hinsicht ein Entwicklungsland im Charitybereich. Zum Einen ist die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Industriestaaten nur unterdurchschnittlich. Zum Anderen ist es leider auch für die Charityorganisationen nicht selbstverständlich, absolut transparent über die Verwendung der Mittel zu berichten. CharityWatch.de hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Verbesserung der Spendenkultur in Deutschland zu leisten. Gute Arbeit soll belohnt und fragwürdiges Verhalten öffentlich werden. Kritik an einzelnen Organisationen ist nie als Schmähung der gemeinnützigen oder mildtätigen Absichten zu verstehen! Vielmehr ist es immer ein Ansporn für Vorstand und Geschäftsführung, die Wirkung der Spendengelder zu erhöhen. Im Zweifel, in dem ein Spender seine Mittel an eine effektivere Organisation überweist.

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