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Für eine bessere Spendenkultur
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List-Image: Sta HannoverHier werden die beschlagnahmten Unterlagen gesichtet
Bild: Staatsanwaltschaft Hannover

Mehrere Hausdurchsuchungen

Spendenskandal größeren Ausmaßes

15.03.2010 • Am 11. März haben 110 Staatsdiener Hausdurchsuchungen bei drei Firmen durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein großes Fundraisingunternehmen, ein Steuerberater- und Rechtsanwaltsbüro und einen Dienstleister für Non-Profit-Organisationen aus Berlin. Vorwurf: Verdacht der zweckwidrigen Verwendung von Spendengeldern, da 80 Prozent der Einnahmen für Verwaltung und Werbung aufgewendet wurden. Das hat Oberstaatsanwalt Manfred Knothe aus Hannover auf Anfrage bestätigt. Über das Volumen und die speziell betroffenen Vereine wollte er aufgrund des frühen Ermittlungsstadiums noch keine Angaben machen. Aus gut informierten Kreisen hat CharityWatch.de allerdings erfahren, dass allein die derzeit besonders im Visier stehenden Organisationen ein Spendenvolumen von 30 Millionen Euro aufweisen sollen. [mehr]

In eigener Sache

Mails mit verleumderischem Inhalt

Sehr geehrte Leserinnen und Leser von CharityWatch.de,

Mitglieder des Teams von CharityWatch.de erhielten im Frühjahr 2010 Mails mit ebenso verleumderischem wie beleidigenden Inhalt. Gedroht wurde, die Mails zu verbreiten, sollte das Team von CharityWatch.de seine Arbeit nicht sofort einstellen. Selbstverständlich werden wir dieser Forderung nicht nachkommen. Bei der Polizei wurde bereits Strafanzeige erstattet, wie wir es auch bei weiteren Fällen handhaben werden.

Das Team von CharityWatch.de distanziert sich vollständig von den Inhalten und verspricht, auch weiterhin den Verbleib von Spendengeldern zu hinterfragen, damit endlich bekannt wird, welche Hilfsorganisationen ihr Geld tatsächlich im Sinne der Hilfsbereitschaft verwenden und welche nicht.

Auf Anregungen und Unterstützung im Kampf um eine bessere und wahrhaftigere Spendenkultur freut sich Ihr CharityWatch.de-Team

Bund für Kinderhilfe e.V.

Vorstand sitzt in Untersuchungshaft

25.02.2010 • Der Vorstandsvorsitzende vertritt den Bund für Kinderhilfe e.V. laut Vereinsregister allein. Diese Vertretungsbefugnis schafft Missbrauchspotenzial. Dieses wurde offensichtlich ausgenutzt. Seit Oktober 2009 sitzt der Vorstand in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde ausgestellt, weil der Verdacht des Betruges in Zusammenhang mit Untreue erhoben wird. Die Staatsanwaltschaft hat Zweifel an der Existenz eines Weisenhauses in Thailand erhoben und spricht von einem „angeblichen Waisenhaus“. Dafür hat der Vorstand für den Verein ein Haus in Augsburg gekauft – allerdings nicht von einem fremden Dritten! [mehr]

Logo: KinderkrebsvorsorgeDas Logo des Vereins Kinderkrebsvorsorge e.V.

Kinderkrebsvorsorge e.V.

Massive Zweifel trotz namhaften Kuratoren

22.02.2010 • Durch eine kritische Anfrage ist CharityWatch.de vor gut einer Woche auf den Verein Kinderkrebsvorsorge e.V. aus Saarbrücken aufmerksam geworden. Das Antwortschreiben der Vorsitzenden Natalia Mironenko wurde auf einem ungewöhnlichen Briefformular verfasst. Neben der Unterschrift findet sich ein amtlich wirkender Siegelstempel und der rechte Rand ist voll mit Professoren, die im Kuratorium des Vereins sitzen. Doch dieser seriöse Anstrich täuscht. Seit dem 18. Februar 2010 warnt nun die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aus Trier vor dem Verein und hat für Rheinland-Pfalz ein Sammlungsverbot erlassen. Vor dem Partnerverein Förderkreis Krebsvorsorge e.V. warnt die ADD schon länger. [mehr]

List-Image: gestoppter Tiertransport62 Tiere eingepfercht in einen Kleintransporter
Bild: TSV Nürnberg-Fürth

Retriever in Not und ETN

Unwürdige Tiertransporte von angeblichen Tierschützern

18.02.2010 • Mit dem Import von Hunden und anderen Tieren aus dem Ausland lässt sich gutes geld verdienen. Meist wird das mit dem Argument gerechtfertigt, den Tieren ginge es in Deutschland besser. Doch nicht selten werden diese von den angeblichen Tierschützern unter unmöglichen Bedingungen transportiert. Kürzlich flog ein solcher Transport auf. 62 junge Hunde wurden auf acht bis zehn Quadratmeter zusammengepfercht. In Buchenbühl bei Nürnberg schritt die Polizei ein. Letztes Jahr waren es 42 Hunde, deren Transport die Polizei in Offenburg stoppte. Das ist natürlich nur die Spitze des Eisberges, hinter dem sich nicht selten ein lukratives geschäft verbirgt. Denn meist handelt es sich um junge Rassehunde, die gut verkauft werden können. [mehr]

WMF Barmherzigkeit e.V.

Unseriöser Spendenaufruf für Haiti

16.02.2010 • Schon vor einem Jahr hat CharityWatch.de vor World Mercy Fund International gewarnt. Neben dem in Deutschland Spenden sammelnden WMF Barmherzigkeit e.V. gibt es noch Organisationen in Irland, in Österreich, der Schweiz und den USA. Zentrale Figur ist Ute Harms, die in Deutschland vor einem Monat einen Spendenaufruf für Haiti startete. In diesem mit „Notruf aus Haiti“ überschriebenem Spendenmailing wird sehr bedrängend um Spendengeld geworben. Da WMF selbst keine Erfahrung mit Katastrophenhilfe vorweisen kann, wurden in den Bettelbriefen zwei Partnerorganisationen genannt, die bis heute keinen geldeingang verbuchen konnten. [mehr]

List-Image: AG EggenfeldenDas Amtsgericht Eggenfelden
Bild: Lion Schiner

Tierschutzverein Costa

Tierschützerin vor Gericht

11.02.2010 • Am 12. Januar musste sich Anna Elisabeth P., rechtlich vertreten durch zwei Münchner Anwälte, vor dem Amtsgericht Eggenfelden für angebliche Betrugsvorwürfe in zwei Fällen verantworten. Inhalt des Prozesses war die schwer nachvollziehbare Verwendung von Spendengeldern, die Frau P. als erster Vorstand des inzwischen insolventen Tieraltenheim Costa e. V. gesammelt hatte. Da diese Ereignisse rund zehn Jahre zurück liegen und wichtige Zeugen kurzfristig schwer erkrankt waren, hatte der Staatsanwalt kein leichtes Spiel. Dieser schien es aber aus offensichtlichem Mangel an öffentlichem Interesse nicht für nötig zu halten, sich ausreichend mit dem Fall zu beschäftigen. So wurde das von CharityWatch.de beobachtete Verfahren schon am ersten Prozesstag nach knappen zwei Stunden eingestellt. Zu einer Verurteilung von Anneliese P. kam es jedoch in einem früheren Prozess. Der Schuldspruch erfolgte 2006 wegen quälerischer Misshandlung von Wirbeltieren. Dennoch leitet diese seit Jahren ein durch deutsche Spendengelder finanziertes Tierheim. [mehr]

List-Image: LG München INach nur einem Verhandlungstag wurde das Urteil gesprochen
Bild: Landgericht München I

Haftstrafen auf Bewährung

Über fünf Millionen Euro veruntreut

04.02.2010 • Am 3. Februar wurde der Prozess gegen Heidrun Sch. und ihren Sohn Carsten Sch. vor der 5. Strafkammer des Landgerichts München eröffnet. Sie mussten sich einer Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue stellen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte das Mutter-Sohn-gespann sich über einen Zeitraum von drei Jahren widerrechtlich um insgesamt über fünf Millionen Euro bereichert zu haben. Diese Summe ging von den Konten der Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche gesellschaft Tiere und Natur e.V. in das Privatvermögen der Beschuldigten über. Die Beweisaufnahme der Staatsanwaltschaft München dauerte mehrere Jahre und für den Prozess wurden acht Termine anberaumt. Durch umfassende geständnisse der beiden Angeklagten kam es jedoch schon am ersten Verhandlungstag zur Urteilsverkündung. Die geständigkeit von Heidrun und Carsten Sch. wurde von der Staatsanwältin „hoch angesehen“ und so kam es zu einem Strafmaß, mit dem leider nur die Angeklagten höchst zufrieden sein können. [mehr]

Vier Vereine im Kreuzfeuer

Verurteilung ist noch kein Neuanfang

04.02.2010 • Heidrun Sch. und ihr Sohn Carsten Sch. haben zusammen gewerbsmäßige Untreuevorwürfe in Millionenhöhe gestanden. Die geschädigten Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche gesellschaft Tiere & Natur e.V. wurden 2002 bis 2004 um über fünf Millionen Euro gebracht. Beide Vereine sind immer noch aktiv und es bestehen bedenkliche Verbindungen zu zwei anderen Organisationen. Für fast 30.000 Mitglieder stellt sich deshalb die Frage, ob sich trotz Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wirklich etwas verändert hat? [mehr]

List-Image: KinderspielplatzKinderspielplatz im Hinterhof
Bild: Stefan Loipfinger

Die kleine Pyramide e.V.

Armut im Tal der Könige

03.02.2010 • Luxor kennen viele, schon alleine wegen der traumhaften Bauwerke aus der Zeit der Pharaonen. Wer in der „Stadt der Paläste“ (Übersetzung von Luxor) jedoch die Westseite des Nils besucht, wird dort schnell von der gegenwart eingeholt. Die vorherrschende Armut ist erdrückend. Deshalb hat der 1998 in Trier gegründete Verein „Die kleine Pyramide“ viel zu tun. Er setzt sich für Kinder in Not ein. CharityWatch.de recherchierte vor Ort und kommt zusammen mit den geprüften Finanzzahlen zu einem guten Ergebnis. [mehr]

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Deutschland ist in doppelter Hinsicht ein Entwicklungsland im Charitybereich. Zum Einen ist die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Industriestaaten nur unterdurchschnittlich. Zum Anderen ist es leider auch für die Charityorganisationen nicht selbstverständlich, absolut transparent über die Verwendung der Mittel zu berichten. CharityWatch.de hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Verbesserung der Spendenkultur in Deutschland zu leisten. Gute Arbeit soll belohnt und fragwürdiges Verhalten öffentlich werden. Kritik an einzelnen Organisationen ist nie als Schmähung der gemeinnützigen oder mildtätigen Absichten zu verstehen! Vielmehr ist es immer ein Ansporn für Vorstand und Geschäftsführung, die Wirkung der Spendengelder zu erhöhen. Im Zweifel, in dem ein Spender seine Mittel an eine effektivere Organisation überweist.

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