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Für eine bessere Spendenkultur
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List-Image: RollstuhlVereinsziel ist angeblich die Hilfe behinderter Menschen
Bild: Lorelyn Medina - Fotolia.com

Allgemeiner europäischer Behindertenverband

Partnervereine gehen leer aus

29.03.2010 • Der Name „Allgemeiner Europäischer Behinderten Verband“ (A.E.B.V.) klingt großspurig und über jeden Zweifel erhaben. Die Organisation beauftragt allerdings professionelle Werbefirmen, um Fördermitglieder zu gewinnen. Mit den eingenommenen Beiträgen werden angeblich unterfinanzierte Partnervereine in ihrem Einsatz für behinderte Menschen unterstützt. Leicht bekommt man den Eindruck, dass es sich beim A.E.B.V. um einen europaweit operierenden Dachverband handelt. Doch der Schein trügt. Die wenigen unterstützten Vereine sind in Ostdeutschland ansässig und regional ausgerichtet. Der Name des Vereins bleibt jedoch nicht die einzige Unstimmigkeit. [mehr]

Robin Hood Tierheimservice

Geld verdienen mit Tierfuttergeschenken

24.03.2010 • Der Robin Hood Tierheimservice tritt als Vertrauensträger auf dem Gebiet Tierfuttersponsoring auf. Seit immerhin zwölf Jahren ist das Unternehmen schon im Geschäft. „Seriosität wird bei uns groß geschrieben und unterscheidet unsere Arbeitsweise ganz deutlich von anderen Firmen in diesem Bereich.“ Der Erfolg scheint dem Einzelunternehmen Recht zu geben. Doch bei genauerer Betrachtung entsteht ein zweifelhafter Eindruck. Auf Rücksprache mit geworbenen Sponsoren und Partnertierheimen wird klar, dass die Arbeitsweise des Dienstleisters nicht so transparent ist, wie er verspricht. [mehr]

List-Image: Fressender HundDieser Hund hat seinen privaten Futtermittelsponsor
Bild: Lion Schiner

Futter für Tiere in Not

Undurchsichtige Wohltätigkeit

24.03.2010 • In aller Regel kämpfen Tierheime bundesweit um ihre Existenz. Die laufenden Kosten, die allein durch Tierfutter anfallen, nehmen den Einrichtungen jeglichen Handlungsspielraum und die Suche nach Spendern erweist sich oft als schwierig. Die Firma Futter für Tiere in Not verspricht Abhilfe zu verschaffen. Inhaber Oliver Baur macht Tierheimen das unglaubliche Angebot, Futter umsonst bereitzustellen. In ihrer Not hinterfragen die Tierheime diese ungewöhnliche Zuwendung selten, doch dass die kommerzielle Organisation dabei nicht ganz uneigennützig handelt, liegt nahe. Undurchsichtige Arbeitstechniken und Kritik des deutschen Tierschutzbundes geben Anlass, die wohltätigen Absichten des Dienstleisters in Frage zu stellen. [mehr]

List-Image: Nepal SilberschmiedeSilberschmiede in Nepal
Bild: Shanti Leprahilfe Dortmund

Shanti Leprahilfe Dortmund e.V.

Förderung statt Almosen

19.03.2010 • „Es ist nicht genug, nur zu träumen, wenn das Leben uns die Möglichkeit bietet, unsere Träume zu verwirklichen.“ Dies ist das Ende eines Gedichtes, das sich auf einem Infozettel der Shanti Leprahilfe findet. Die Gründerin Marianne Grosspietsch scheint sich diese Worte zu Herzen genommen zu haben. Denn in fast 18 Jahren hat die engagierte Vorsitzende des Shanti Leprahilfe Dortmund e.V. mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und deutschen Spendengeldern vieles erreicht. Ziel ist immer, „nachhaltige Hilfe für Menschen in Nepal“ zu leisten. Die Fokussierung auf ein Projektland ermöglichte es, in relativ kurzer Zeit mit begrenzten Einnahmen mehrere Einrichtungen zu eröffnen, die vielen verzweifelten Menschen ein neues Leben ermöglichen. [mehr]

Mehrere Hausdurchsuchungen

Spendenskandal größeren Ausmaßes

15.03.2010 • Am 11. März haben 110 Staatsdiener Hausdurchsuchungen bei drei Firmen durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein großes Fundraisingunternehmen, ein Steuerberater- und Rechtsanwaltsbüro und einen Dienstleister für Non-Profit-Organisationen aus Berlin. Vorwurf: Verdacht der zweckwidrigen Verwendung von Spendengeldern, da 80 Prozent der Einnahmen für Verwaltung und Werbung aufgewendet wurden. Das hat Oberstaatsanwalt Manfred Knothe aus Hannover auf Anfrage bestätigt. Über das Volumen und die speziell betroffenen Vereine wollte er aufgrund des frühen Ermittlungsstadiums noch keine Angaben machen. Aus gut informierten Kreisen hat CharityWatch.de allerdings erfahren, dass allein die derzeit besonders im Visier stehenden Organisationen ein Spendenvolumen von 30 Millionen Euro aufweisen sollen. [mehr]

Logo: Bund für Kinderhilfe e.V.Das Logo des Vereins
Bild: Bund für Kinderhilfe e.V.

Bund für Kinderhilfe e.V.

Vorstand sitzt in Untersuchungshaft

25.02.2010 • Der Vorstandsvorsitzende vertritt den Bund für Kinderhilfe e.V. laut Vereinsregister allein. Diese Vertretungsbefugnis schafft Missbrauchspotenzial. Dieses wurde offensichtlich ausgenutzt. Seit Oktober 2009 sitzt der Vorstand in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde ausgestellt, weil der Verdacht des Betruges in Zusammenhang mit Untreue erhoben wird. Die Staatsanwaltschaft hat Zweifel an der Existenz eines Weisenhauses in Thailand erhoben und spricht von einem „angeblichen Waisenhaus“. Dafür hat der Vorstand für den Verein ein Haus in Augsburg gekauft – allerdings nicht von einem fremden Dritten! [mehr]

Logo: KinderkrebsvorsorgeDas Logo des Vereins Kinderkrebsvorsorge e.V.

Kinderkrebsvorsorge e.V.

Massive Zweifel trotz namhaften Kuratoren

22.02.2010 • Durch eine kritische Anfrage ist CharityWatch.de vor gut einer Woche auf den Verein Kinderkrebsvorsorge e.V. aus Saarbrücken aufmerksam geworden. Das Antwortschreiben der Vorsitzenden Natalia Mironenko wurde auf einem ungewöhnlichen Briefformular verfasst. Neben der Unterschrift findet sich ein amtlich wirkender Siegelstempel und der rechte Rand ist voll mit Professoren, die im Kuratorium des Vereins sitzen. Doch dieser seriöse Anstrich täuscht. Seit dem 18. Februar 2010 warnt nun die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) aus Trier vor dem Verein und hat für Rheinland-Pfalz ein Sammlungsverbot erlassen. Vor dem Partnerverein Förderkreis Krebsvorsorge e.V. warnt die ADD schon länger. [mehr]

Retriever in Not und ETN

Unwürdige Tiertransporte von angeblichen Tierschützern

18.02.2010 • Mit dem Import von Hunden und anderen Tieren aus dem Ausland lässt sich gutes Geld verdienen. Meist wird das mit dem Argument gerechtfertigt, den Tieren ginge es in Deutschland besser. Doch nicht selten werden diese von den angeblichen Tierschützern unter unmöglichen Bedingungen transportiert. Kürzlich flog ein solcher Transport auf. 62 junge Hunde wurden auf acht bis zehn Quadratmeter zusammengepfercht. In Buchenbühl bei Nürnberg schritt die Polizei ein. Letztes Jahr waren es 42 Hunde, deren Transport die Polizei in Offenburg stoppte. Das ist natürlich nur die Spitze des Eisberges, hinter dem sich nicht selten ein lukratives Geschäft verbirgt. Denn meist handelt es sich um junge Rassehunde, die gut verkauft werden können. [mehr]

List-Image: Homepage WMFSpendenaurfruf für Haiti im Internet
Homepage von WMF Barmherzigkeit

WMF Barmherzigkeit e.V.

Unseriöser Spendenaufruf für Haiti

16.02.2010 • Schon vor einem Jahr hat CharityWatch.de vor World Mercy Fund International gewarnt. Neben dem in Deutschland Spenden sammelnden WMF Barmherzigkeit e.V. gibt es noch Organisationen in Irland, in Österreich, der Schweiz und den USA. Zentrale Figur ist Ute Harms, die in Deutschland vor einem Monat einen Spendenaufruf für Haiti startete. In diesem mit „Notruf aus Haiti“ überschriebenem Spendenmailing wird sehr bedrängend um Spendengeld geworben. Da WMF selbst keine Erfahrung mit Katastrophenhilfe vorweisen kann, wurden in den Bettelbriefen zwei Partnerorganisationen genannt, die bis heute keinen Geldeingang verbuchen konnten. [mehr]

List-Image: AG EggenfeldenDas Amtsgericht Eggenfelden
Bild: Lion Schiner

Tierschutzverein Costa

Tierschützerin vor Gericht

11.02.2010 • Am 12. Januar musste sich Anna Elisabeth P., rechtlich vertreten durch zwei Münchner Anwälte, vor dem Amtsgericht Eggenfelden für angebliche Betrugsvorwürfe in zwei Fällen verantworten. Inhalt des Prozesses war die schwer nachvollziehbare Verwendung von Spendengeldern, die Frau P. als erster Vorstand des inzwischen insolventen Tieraltenheim Costa e. V. gesammelt hatte. Da diese Ereignisse rund zehn Jahre zurück liegen und wichtige Zeugen kurzfristig schwer erkrankt waren, hatte der Staatsanwalt kein leichtes Spiel. Dieser schien es aber aus offensichtlichem Mangel an öffentlichem Interesse nicht für nötig zu halten, sich ausreichend mit dem Fall zu beschäftigen. So wurde das von CharityWatch.de beobachtete Verfahren schon am ersten Prozesstag nach knappen zwei Stunden eingestellt. Zu einer Verurteilung von Anneliese P. kam es jedoch in einem früheren Prozess. Der Schuldspruch erfolgte 2006 wegen quälerischer Misshandlung von Wirbeltieren. Dennoch leitet diese seit Jahren ein durch deutsche Spendengelder finanziertes Tierheim. [mehr]

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Deutschland ist in doppelter Hinsicht ein Entwicklungsland im Charitybereich. Zum Einen ist die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Industriestaaten nur unterdurchschnittlich. Zum Anderen ist es leider auch für die Charityorganisationen nicht selbstverständlich, absolut transparent über die Verwendung der Mittel zu berichten. CharityWatch.de hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Verbesserung der Spendenkultur in Deutschland zu leisten. Gute Arbeit soll belohnt und fragwürdiges Verhalten öffentlich werden. Kritik an einzelnen Organisationen ist nie als Schmähung der gemeinnützigen oder mildtätigen Absichten zu verstehen! Vielmehr ist es immer ein Ansporn für Vorstand und Geschäftsführung, die Wirkung der Spendengelder zu erhöhen. Im Zweifel, in dem ein Spender seine Mittel an eine effektivere Organisation überweist.

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