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Für eine bessere Spendenkultur
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Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen

Völlige Ignoranz der Bundesregierung

16.06.2010 • So genannte „Kleine Anfragen“ sind ein wichtiges rechtsstaatliches Mittel, um eine parlamentarische Kontrolle der Regierungen der Länder und des Bundes zu gewährleisten. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat kürzlich eine solche Anfrage an die Bundesregierung zum Non-Profit-Bereich gestellt. Aufgrund von vermehrt auftretenden Missbrauchsfällen wollten die Oppositionspolitiker wissen, „ob und wie besser für eine zweckentsprechende Verwendung der Spendengelder gesorgt werden sollte“. Die Antwort des Bundesministeriums der Finanzen, das für die Bundesregierung geantwortet hat, ist allerdings beschämend (Drucksache 17/1515). Denn sie offenbart ein absolutes Desinteresse und sogar Ahnungslosigkeit bei diesem gesellschaftspolitisch so wichtigen Thema. [mehr]

List-Image: SpendendoseSpendendose vom Kurdischen Roten Halbmond
Bild: ADD, Trier

Heyva Sor a Kurdistane e.V.

Vorgeschobene Kindernothilfe

16.06.2010 • Um Kindern in Not zu helfen sammelt Heyva Sor a Kurdistane e.V. Geld. Übersetzt heißt der Verein „Kurdischer Roter Halbmond“ und wurde 1993 gegründet. In vielen europäischen Ländern ist die Organisation mit Vertretungen aktiv. In Deutschland ist er laut eigenen Aussagen vom Finanzamt als gemeinnützig und mildtätig anerkannt. Allerdings ist ihm in Rheinland-Pfalz das sammeln von Spenden verboten. Aufgestellte Sammeldosen wurden von der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) eingezogen. Auch die Recherchen von CharityWatch.de bestätigen diese Warnung vor dem Verein. [mehr]

Verein Kinderhilfe e.V.

Löschung nach Sammlungsverbot

09.06.2010 • Durch einen Leserhinweis ist CharityWatch.de auf eine fragwürdige Sponsorensuche für Trösterteddys vom Verein Kinderhilfe aufmerksam geworden. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier hat außerdem kürzlich für Rheinland-Pfalz ein Sammlungsverbot verhängt, das allerdings von der Behörde bisher noch nicht veröffentlicht wurde. Auf Nachfrage bestätigte die Vorsitzende Gertraud Beißer das Sammlungsverbot und erklärte, dass die Löschung des Vereins bereits beim Notar veranlasst sei. Nur noch bis Ende der Woche werden Sponsorengelder akquiriert. Das erfolgt durch Telefonaktionen. Laut Beißer fallen dabei Akquisekosten von bis zu 40 Prozent an. [mehr]

Verein für Hoffnung der Zukunft e.V.

Menschenrechtsmissbrauch wird missbraucht

08.06.2010 • Für den Schutz von Menschenrechten im Iran gibt es unstrittig großen Bedarf. Wie gut diese Aufgabe allerdings der Verein für Hoffnung der Zukunft e.V. ausfüllt, ist schwer zu beurteilen. Auf Nachfrage war die Vorstandsvorsitzende Maryam Adigozal nicht bereit, vollständige Auskunft über die Verwendung der Spenden zu geben. Einer Bitte um Übersendung des letzten verfügbaren Jahresberichts mit Finanzzahlen wurde nicht entsprochen. Auch die Nachfrage nach den Kosten für ein sehr umfangreiches Rechtsgutachten von Prof. Dr. Winfried Hassemer wurde nicht beantwortet. Das bestätigt das kürzlich von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier verhängte Sammlungsverbot für Rheinland-Pfalz. [mehr]

List-Image: RollstuhlfahrerHäufig werden behinderte Menschen unterstützt
© Thomas Hansson - Fotolia.com

OVB Medienhausstiftung

Einsichtig und transparent

08.06.2010 • Leider ist Transparenz bei gemeinnützigen Organisationen von Verlagen keine Selbstverständlichkeit. Namhafte Beispiele, die nicht ausreichend über die Verwendung der Spenden Auskunft geben, sind Bild hilft e.V. oder die RTL-Stiftung. Beide verweigern die Herausgabe von Finanzzahlen. Die RTL-Stiftung lebt dieses zweifelhafte Gebaren sogar, obwohl sie das DZI-Spendensiegel trägt. Ganz anders ist OVB Medienhausstiftung aus Rosenheim. Sie hat absolut transparent über die Geldeingänge und Ausgänge informiert. Bei kleineren Kritikpunkten zeigte sich Oliver Döser sehr einsichtig und hat Besserung gelobt. [mehr]

List-Image: Flughafenverein_MUCHilfsgüter für Haiti
Bild: Flughafenverein München

Flughafenverein München e.V.

„Mit Sicherheit für eine gute Sache“

31.05.2010 • Vor 14 Jahren gründeten Mitarbeiter und Freunde vom Münchner Flughafen einen eigenen Verein. Seine Stärken kann er vor allem bei Katastrophenfällen ausspielen. Denn der tägliche Kontakt mit Fluggesellschaften und vielen Unternehmen wird genutzt, um ganz schnell Hilfsleistungen zu organisieren und auf den Weg zu bringen. Im Falle des Erdbebens in Haiti startete nur wenige Tage später ein Flugzeug mit drei Tonnen Hilfsgütern und sechs Helfern. Drei davon waren vom Dienst freigestellte Feuerwehrleute. Neben solchen Spontanhilfen engagiert sich der Flughafenverein München für hilfsbedürftige Kinder im In- und Ausland sowie für in Not geratene Menschen aus der Region München/Erding. Seinem Motto „mit Sicherheit für eine gute Sache“ wird er absolut gerecht, wie auch der Blick in die absolut transparent offen gelegten Finanzzahlen zeigt. [mehr]

Suchmaschine Ecosia.org

Spenden an WWF durch Internetsuchanfragen

25.05.2010 • Das World Wide Web bietet sehr Vieles, man muss es nur finden. Ohne Suchmaschinen wie Google, Yahoo und Co. ist das allerdings fast unmöglich. Christian Kroll aus Wittenberg betreibt ebenfalls drei Suchmaschinen. Allerdings mit einem großen Unterschied: Die Erträge aus den Suchanfragen werden zum großen Teil für den Schutz der Regenwälder eingesetzt. Dabei hat ein Sucher nicht einmal Nachteile – im Gegenteil. Kroll arbeitet mit Bing, Google und Yahoo zusammen. Die Ergebnisse sind also identisch mit den direkt dort gestellten Anfragen. In Sachen Datenschutz ist ein Sucher allerdings durch den „Umweg“ über Kroll’s Suchmaschinen besser gestellt. Eine wirkliche Empfehlung in Verbindung mit der guten Tat. [mehr]

List-Image: Firmenschild Schmitz KnothWC Weltpfegehilfe hat kein eigenes Firmenschild in der Friedrichstraße
Bild: Stefan Loipfinger

WC Weltpflegehilfe gGmbH

Erlaubte Geschäfte mit sich selbst

19.05.2010 • Die 2008 gegründete WC Weltpfegehilfe gGmbH zählt nicht zu den gewöhnlichen gemeinnützigen Organisationen. Mit „c/o Schmitz Knoth Rechtsanwälte“ wird als „Gesellschaftsräume“ eine noble Adresse in Berlin angegeben. Geschäftsführer und Gesellschafter sind drei im US-Staat Kalifornien lebende Personen, die mit der Gründung ebenfalls diese Sozietät beauftragt haben. Ein eigener Internetauftritt ist nicht zu finden. In der Kanzlei nachgefragt, wurde der am Bonner Standort tätige Rechtsanwalt Dr. Carsten Veenker als Ansprechpartner benannt. Allerdings war er auf Nachfrage nicht bereit, einen Finanzbericht zu den Einnahmen und Ausgaben zur Verfügung zu stellen. Da damit die Verwendung der Gelder nicht nachvollziehbar ist, kann von Spenden an die gemeinnützige GmbH nur abgeraten werden. [mehr]

List-Image: HFK BettelbriefAuf der Rückseite des Bettelbriefes steht: "Leben schenken zu Weihnachten!"

HFK Krebsallianz gGmbH

Staatsanwaltschaft prüft Spendenverwendung

07.05.2010 • Vor fast zwei Monaten hat die Staatsanwaltschaft Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei geht es um den Verdacht der zweckwidrigen Verwendung von Spendengeldern, da ein Großteil der Einnahmen für Verwaltung und Werbung aufgewendet wurde. Der mit der Interessenvertretung von HFK Krebsallianz beauftragte Dr. Guido Plassmeier, Rechtsanwalt und Partner der Sozietät Schmitz Knoth, ist zuversichtlich, dass die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen „in der Sache abgewendet werden können“. Doch was unabhängig von den Ermittlungen und deren strafrechtlich noch völlig offenen Ergebnisse schon heute fest steht, sind heftige moralische Vorwürfe an die Organisation. Denn das Geld der Spender fließt laut Jahresbericht 2008 nur zu Bruchteilen in Projekte. [mehr]

Projekthilfe Südostasien e.V.

Viel Einsatz aber unkontrollierbare Bargeldtransfers

06.05.2010 • Südostasien ist eine von Krisen, Kriegen und Armut gezeichnete Region. Besonders hart davon betroffen sind Länder wie Vietnam und Myanmar (früher Burma). Ein Ehepaar aus Werne versucht mit Hilfe von zwei Mönchen einigen Waisenkindern wieder ein Leben und Perspektiven zu geben. In einer Welt jenseits von Internet und Coca-Cola werden die Spendengelder ohne Abzug von Verwaltungs- oder Reisekosten an die Kinderheime gegeben. Jedoch ist die Geldübertragung nach Burma in Bar zu unkontrollierbar für eine Spendenempfehlung. Vorstand Bruno Gimmel sieht derzeit allerdings keine andere Möglichkeit, weil Überweisungen nach Burma verboten sind. [mehr]

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Deutschland ist in doppelter Hinsicht ein Entwicklungsland im Charitybereich. Zum Einen ist die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung im Vergleich zu anderen Industriestaaten nur unterdurchschnittlich. Zum Anderen ist es leider auch für die Charityorganisationen nicht selbstverständlich, absolut transparent über die Verwendung der Mittel zu berichten. CharityWatch.de hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Verbesserung der Spendenkultur in Deutschland zu leisten. Gute Arbeit soll belohnt und fragwürdiges Verhalten öffentlich werden. Kritik an einzelnen Organisationen ist nie als Schmähung der gemeinnützigen oder mildtätigen Absichten zu verstehen! Vielmehr ist es immer ein Ansporn für Vorstand und Geschäftsführung, die Wirkung der Spendengelder zu erhöhen. Im Zweifel, in dem ein Spender seine Mittel an eine effektivere Organisation überweist.

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