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Für eine bessere Spendenkultur
4/30/2009 von Stefan Loipfinger
Archivtext

Die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks

Geänderte Förderbedingungen machen Sternstunden e.V. noch interessanter

Quelle: www.Sternstunden.de

Seit 1993 setzt sich Sternstunden e.V. für Kinder und Jugendliche ein, die krank, behindert oder in Not geraten sind. Durch die Sponsoren Bayerischer Rundfunk, BayernLB, bayerische Sparkassen und Versicherungskammer Bayern ist es möglich, 100 Prozent der Spenden weiter zu leiten. Insgesamt sind dadurch seit Gründung 1.600 Projekte mit 82 Millionen Euro gefördert worden.

Regionale Aufteilung. Da Sternstunden als Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks einen Großteil ihrer Spenden in Bayern einsammelt, soll auch die Hälfte der Gelder in Bayern ausgegeben werden. Von den im Geschäftsjahr 2007/2008 eingesammelten 8,86 Millionen Euro fließen die größten Förderbeträge in den Bau eines Schullandheimes in Bad Windsheim (500.000 Euro) und die Sanierung des Kinderheimes St. Elisabeth in Windischeschenbach (400.000 Euro). Die andere Hälfte wird im restlichen Deutschland und weltweit ausgegeben. Zu den größten der insgesamt 184 geförderten Projekten im abgelaufenen Geschäftsjahr zählt die Anschaffung von Inkubatoren und Beatmungsgeräten in Sarajevo (257.000 Euro), die Finanzierung von Hilfsflügen für verletzte Kinder aus Angola und Afghanistan (400.000 Euro) und die Schaffung eines Sternstunden-Hauses im Babyhospital Bethlehem (300.000 Euro).

Fördersystem. Sternstunden e.V. setzt selbst keine Projekte um. Als gemeinnütziger Förderverein wird die Durchführung ausgewählten karitativen Organisationen übertragen, die ihren Sitz in Deutschland haben müssen. Sternstunden überprüft dazu die Seriosität der Organisation, die einen Antrag auf Unterstützung eines Projektes stellen muss. Nach Prüfung und Genehmigung durch Sternstunden werden die Mittel zweckgebunden für das vereinbarte Projekt zur Verfügung gestellt. Die zu unterstützende Einrichtung ist verpflichtet, laufende Abrechnungen und eine ausführliche Abschlussdokumentation zu dem Projekt vorzulegen.

Anregung. Auch wenn in den Sternstunden-Förderrichtlinien geregelt ist, dass laufende Kosten bei der zu unterstützenden Organisation für Personal, Verwaltung oder Miete nicht übernommen werden, so hat CharityWatch.de dies als nicht ausreichend kritisiert. Denn letztendlich fließen Sternstunden-Gelder auch in den Gesamttopf der geförderten Einrichtung, wodurch anteilig Verwaltungskosten anfallen. Diese Kritik hat Sternstunden sofort aufgenommen und souverän in einer Änderung der Förderrichtlinien umgesetzt. Zukünftig wird bei einer zu unterstützenden Organisation auch geprüft, ob von den gesamten jährlichen nicht zweckgebundenen Spenden maximal 30 Prozent für Verwaltungskosten aufgewendet werden. Außerdem wird die zu unterstützende Einrichtung verpflichtet, die Gelder von Sternstunden im Jahresabschluss als „Förderung Sternstunden“ extra auszuweisen. Dadurch wird verhindert, dass die Fundraisingkosten für die kleinteilig eingesammelten Spenden durch die Sternstundenzuwendung optisch günstiger erscheinen.

CW-Meinung. Ein Geld sammelnder Förderverein ohne Kostenbelastung für die eingehenden Spenden ist eine traumhafte Konstellation. Selbst die professionelle Auswahl unterstützenswerter Projekte und die spätere Kontrolle einer erfolgreichen Umsetzung kostet den Spender nichts. Da jetzt auch noch die Gesamtkostenbelastung bei den geförderten Einrichtungen auf maximal 30 Prozent der nicht zweckgebundenen Spenden begrenzt wurde, wird eine zu hohe indirekte Belastung verhindert. Zusammen mit der Transparenzverpflichtung eines separaten Ausweises der Sternstunden-Zuwendung wurde absolut souverän auf die von CharityWatch.de im Vorfeld geäußerte Kritik reagiert. In Summe also eine absolute Empfehlung für Spender, die kranke, behinderte und in Not geratene Kinder unterstützen wollen.