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Für eine bessere Spendenkultur
6/18/2008 von Stefan Loipfinger
Archivtext

Entwicklung hilft

Bündnis zur Katastrophenhilfe mit transparenter Struktur

Immer häufiger schließen sich einzelne Organisationen zu Aktionsgruppen zusammen, um Synergieeffekte beim Spendensammeln und natürlich auch bei den Hilfsmaßnahmen zu nutzen. Besonders nach Katastrophenfällen ist dies sinnvoll, weil dort Schnelligkeit logistische Meisterleistungen erfordert. Doch einen Nachteil können solche Dachorganisationen für die Spendenwilligen bedeuten: Aufgrund der mehrstöckigen Struktur ist nicht mehr klar, wie viel Geld nach Abzug von Verwaltungskosten auf Ebene des Bündnisvereins und der Mitgliedsvereine wirklich ankommt. Die Struktur von Bündnis Entwicklung hilft beseitigt allerdings diesen Nachteil, da dort die Mitgliedsvereine die Dachorganisation durch Beiträge aus ihren Etats finanzieren.

Vorstellung. Das Bündnis „Entwicklung hilft – Gemeinsam für Menschen in Not“ ist ein Zusammenschluss von den fünf Hilfswerken Brot für die Welt, Deutsche Welthungerhilfe, medico international, MISEREOR und terre des hommes. Gegründet wurde diese Dachorganisation nach der Tsunami-Katastrophe im Januar 2005. In Notsituationen und bei Katastrophen wird das Bündnis aktiv, um vor Ort akute und langfristige Hilfe zu leisten. Dabei arbeiten die Bündnismitglieder eng mit einheimischen Partnerorganisationen zusammen. Ein weiteres Anliegen des Bündnisses ist die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland, um durch hintergründige und realitätsnahe Informationen über die Ursachen und die Bekämpfung von Elend in der Welt aufzuklären.

Jahresbericht. Bisher ist ein Jahresbericht für den Bündnisverein nicht verfügbar. Auf eine entsprechende Anforderung erklärte die Pressesprecherin Kerstin Reisdorf: „Wir nehmen Ihre Anfrage aber als Anregung, in diesem Jahr einen eigenen Jahresbericht zu erstellen, der dann im Internet veröffentlicht wird.“ Bis dahin müssen sich Interessierte mit einer Antwort auf eine ergänzende Nachfrage zufrieden geben: „Das Bündnis hat 100 Prozent des Geldes, das durch Spendenaufrufe eingenommen wird, an die Mitgliedsorganisationen weitergegeben. Alle fünf tragen die Kosten durch jährlich neu festgesetzte Mitgliedsbeiträge aus ihren Etats. Die Spenden werden ausschließlich zweckgebunden weitergegeben. Wenn eine Organisation in einer Katastrophenregion, für die ein Aufruf veröffentlicht wurde, nicht tätig ist, finanziert sie mit ihrem Anteil an den Spenden Hilfsmaßnahmen einer anderen Mitgliedsorganisation. Das Bündnis wird mit Spendenaufrufen nur in Katastrophensituationen tätig, es betreibt kein eigenes Fundraising. 2007 hat das Bündnis cirka 150.000 Euro eingenommen, davon rund 100.000 Euro für Bangladesch (Spendenaufruf nach Zyklon im November).“

CW-Meinung. Die Struktur des Bündnisses ist durch die Mitgliedsbeiträge sehr transparent, denn Kosten werden jeweils gesammelt bei den einzelnen Partnervereinen ausgewiesen. Eine mühsame Aufaddierung über mehrere Rechnungsebenen ist damit überflüssig. Noch nicht überzeugend ist allerdings die Tatsache, dass bisher kein Jahresbericht erstellt wurde. Somit weiß ein Spender nicht, welcher Mitgliedsverein wie viel Geld für welche Hilfsaktionen erhalten hat. Auch die Höhe der zu zahlenden Mitgliedsbeiträge sollte bekannt sein. Das wird sich hoffentlich bald ändern, wenn das Versprechen, dieses Jahr erstmals einen Bericht zu erstellen, erfüllt wird.