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Für eine bessere Spendenkultur
9/26/2011 von Stefan Loipfinger
Archivtext

Hatun & Can

Fast fünf Jahre Haft

Hatun & Can wollte Frauen helfen, die vor ihren Männern flüchten
Bild: Dr. Susanna Berndt

Ein Jahr dauerte der Prozess gegen den Vorstand des Frauennothilfevereins Hatun & Can. Nun wurde das Urteil gesprochen: Der Vorsitzende muss für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Die Richter fanden deutliche Worte bei der Urteilsverkündung. Danach wäre es von vorneherein das Ziel des Angeklagten gewesen, die Spenden für sich zu verbrauchen. „Alles war eine große Luftnummer“, brachte der Berliner Richter in seinem Urteil zum Ausdruck. Von ausgenutzter Hilfsbereitschaft war ebenfalls die Rede.

CW-Meinung. Alice Schwarzer brachte den Spendenmissbrauch an die Öffentlichkeit, nachdem sie Zweifel an der Verwendung einer Spende über 500.000 Euro hatte, die sie für den Verein bei der Quizshow „Wer wird Millionär“ gewann. Zusammen mit weiteren Spenden untersuchte das Gericht den Verbleib von insgesamt 700.000 Euro. Dank des beherzten Vorgehens von Alice Schwarzer konnten 360.000 Euro und ein 60.000 Euro teures Auto sichergestellt werden. Da nur wenige tausend Euro als Alibiausgaben wirklich für Frauen in Not verwendet wurden, ist ein erheblicher Schaden entstanden. Hatun & Can ist damit wieder ein trauriges Beispiel dafür, dass Spendenmissbrauch in Deutschland kein Einzelfall ist.

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