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Für eine bessere Spendenkultur
4/18/2011 von Karin Burger
Archivtext

PETA Deutschland e. V.

Spendenfang mit Geisterjagd

Unlautere Spendenakquise
© Sandra Brunsch - Fotolia.com

„Polizei und Peta suchen gemeinen Tierquäler“ titelt eine Pressemeldung, die am 13. April 2011 über die Ticker ging. Darin wird berichtet, dass Mitarbeiter der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe in einer zugeschnürten Thermo-Tüte einen toten Hund gefunden haben. Außerdem befanden sich in der Tüte ein Blechnapf und eine schwarze Kurzhantel.

Belohnung. Die Meldung spricht schon in der Überschrift von „gemeiner Tierquälerei“. Dabei wird der Eindruck erweckt, dass Polizei und PETA gemeinsam an einem Strang ziehen. Ganz typisch für PETA auch wieder das Aussetzen einer Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des angeblichen Täters führen.

Polizeimeinung. Die Machart solcher Meldungen ist bekannt. An den wenigen Infos fällt besonders auf, dass dem toten Tier übliches Zubehör beigegeben war. Eine Nachfrage bei der Pressestelle der Polizei in Wolfsburg, Sven-Marco Claus, bestätigt den Verdacht: Es gibt überhaupt keine Hinweise darauf, dass der Hund lebend in die Tüte gezwungen wurde und erst dort verstorben beziehungsweise im Fundteich ertrunken sei. Mehr noch: Die Polizei ermittelt gar nicht weiter in diese Richtung. So wurde auch keine Untersuchung des Kadavers angeordnet, weil es überhaupt keine Hinweise auf Tierquälerei gibt. Sehr viel naheliegender ist ein Verstoß gegen das Tierkörperbeseitigungsgesetz. Eventuell haben sich hier die Hundebesitzer auf diesem Wege ihres wie auch immer verstorbenen Haustieres entledigt.

PETA-Übertreibung. Ganz anders liest sich das auf der Homepage von PETA: „Ein unbekannter Tierquäler hat eine rot-braune Mischlingshündin im Schillerteich ertränkt“, heißt es dort in einer Meldung vom 13. April 2011 unter der Überschrift „Ertränkte Hündin im Schillerteich gefunden“. Peta-Sprecherin Nadja Kutscher geht sogar noch weiter: „Welches Martyrium diese Hündin durchlitten hat, können wir uns nicht vorstellen.“

PETA-Kommentar. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt Peta-Sprecherin Nadja Kutscher zu den Vorwürfen, dass PETA „vielfach zur Aufklärung von derartigen Fällen beitragen“ konnte. Bezeichnenderweise verweist sie darauf, dass die Rückmeldungen der Unterstützer dieses Vereins „gerade in diesem Bereich der Tierquälerei [...] sehr positiv“ seien. Sie reicht das Versäumnis im vorliegenden Fall an die Polizei weiter und dankt für den Hinweis „auf die fragwürdige Vorgehensweise der Polizei“, welche den Körper des Tieres noch nicht einmal sichergestellt habe.

CW-Meinung. Hier werden bewusst und ohne jegliche Faktengrundlage Emotionen geschürt. Die Polizei hat überhaupt keinen Hinweis auf Tierquälerei. Es gibt nicht einmal eine Pathologie, die bestätigen würde, dass der Hund in Tüte oder Teich zu Tode kam.

Tags: petapeta deutschland e. v.spendenfangtierquälertierquälereitierschutz tierkörperbeseitigungsgesetz

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