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Für eine bessere Spendenkultur
12/14/2010 von Mia Bruckmayer
Archivtext

Ingear - Initiative gegen Armut e.V.

engagieren - inspirieren - motivieren

Die Vorstände sind zwischen 17 und 28 Jahre alt. Bild: Ingear e.V.

Wie können junge Leute erreicht und für die Gegensätze in Schwellenländern sensibilisiert werden? Ingear organisiert Veranstaltungen unter dem Motto: Initiative gegen Armut. „Wir wollen die Leute in den Schulbänken genauso erreichen wie am Samstag Abend in den Clubs“, so der Gründer und Vorsitzende des Vereins Andreas Huber. Mit ihrem Aktionsgeist und Engagement füllt Ingear die Partys und Schulveranstaltungen. Das dabei gesammelte Geld fließt wiederum in Projekte, die auf persönlichen Kontakten basieren. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder Cent dort ankommt, wo er gebraucht wird. Alle Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich. Die Mieten für die Veranstaltungsräume werden von den Vermietern erstattet. Im Jahr 2009 belaufen sich die Werbe und Verwaltungskosten deshalb auf niedrige 1,6 Prozent der Gesamtausgaben.

Vereinsgeschichte. Im Jahr 2006 schloss sich eine kleine Gruppe Jugendlicher aus Eggenfelden zusammen und erarbeitete ein Konzept, Spaß mit gemeinnützlichem zu verbinden. Die ersten Benefizaktionen und Vortragsabende gingen noch im selben Jahr über die Bühne und fanden Anklang in der Region. Sponsoren und Firmenspender konnten gewonnen werden, die den jungen Verein unterstützten. Seit vier Jahren erreichen die Mitglieder von Ingear Schüler, Jugendliche und Erwachsene. Auf Konzerten und Festivals ist Ingear mit Informationsständen präsent. In reger Öffentlichkeitsarbeit sammelt der Verein Spenden für primär drei Großprojekte in Südafrika, Sri Lanka und Indien. Der Verein fasst 60 zahlende Mitglieder und ist im Raum Bayern anzutreffen.

Projekt Mandini. In der Region Kwa Zulu Natal in Südafrika lebt und arbeitet Pater Gerhard Lagleder seit 21 Jahren. Dort setzt er sich, zusammen mit seiner Bruderschaft gegen Aids, Unterernährung und für Bildung ein. Seit der Gründung der Bruderschaft ist ein Aidswaisenhaus und Hospiz, ein Kindergarten mit Vorschule, eine Klinik für unterernährte Kinder und eine Nähschule entstanden. Alle Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation in Mandini wurden von Spendengeldern finanziert und werden auch weiterhin von den Zuwendungen aus dem Ausland abhängig sein. Ingear unterstützt Lagleders Projekte und steht im regelmäßigen Austausch.

Projekt Sambodhi. Hierbei handelt es sich um verschiedene Behinderteneinrichtung in Sri Lanka. Dazugehören ein Waisenhaus und eine Schule für behinderte Menschen im Süden Sri Lankas. In der Sambodhi Schule absolvieren mehr als 120 Kinder und Jugendliche eine schulische Ausbildung. 21 Lehrer werden dort beschäftigt. Die Kosten für die Gehälter bezahlt die Regierung. Die anderen anfallenden Kosten werden von Spendenzuwendungen gedeckt, wie beispielsweise Unterrichtsmaterialien, Wasser und Stromkosten. In dem Waisenhaus Sambodhi leben zur Zeit 64 Personen.

Projekt Nityaseva Das in Zentralindien angesiedelte Krankenhaus wird von der „Gemeinschaft der Missionshelferinnen” geführt. Seit 1974 ist diese Einrichtung insbesondere für ansässige Bauern und Arbeiter von großer Bedeutung. Die 100 Betten sind meist ausgelastet. Eine Notfallstation, eine Entbindungsstation und eine Quarantänestation sind gewährleistet. Zehn angestellte Ärzte sind dort beschäftigt.

Finanzen. Im Jahr 2009 nahm der Verein 19.000 Euro ein. Der Großteil der Einnahmen mit 36 Prozent stammt von Firmen, Schulen und Sponsoren, das sind 6.800 Euro. Ein Drittel oder 6.100 Euro kamen über die Veranstaltungen zusammen. Der Rest kam aus Privatspenden und Mitgliedsbeiträgen. Für dieses Jahr wird ein höheres Ergebnis erwartet. Die Gesamtausgaben lagen 2009 bei 15.800 Euro. Davon flossen 10.000 Euro in die Projekte von Pater Lagleder in Südafrika, 2.000 Euro nach Sri Lanka und 3.500 Euro nach Indien. Werbe und Fundraisingkosten sowie die angefallenen Vereinsgebühren beliefen sich auf minimale 270 Euro oder 1,6 Prozent der Gesamtausgaben.

CW Meinung. Aus Spaß mach Ernst. Mit direkten Auskünften, nachvollziehbaren Jahresberichten und Finanzzahlen beweist der junge Verein seine Transparenz. Mit Werbe- und Verwaltungskosten von 1,6 Prozent wird das hohe ehrenamtliche Engagement sichtbar. Andreas Huber und seine Mitstreiter wollen nicht zuhause sitzen und das Weltgeschehen von dort aus diskutieren, sie wollen wachrütteln und vor allem junge Leute da erreichen, wo Überfluss und Leichtigkeit den Gegensatz aufzeigen. Auch der Austausch in den unterstützten Ländern ist rege und persönlich. So reisen die jungen Aktivisten selbst in die Zielregionen und packen vor Ort mit an. Huber beschreibt den Leitsatz des Vereins mit den Worten Mahatma Gandhis: „Sei Du selbst die Veränderung die Du Dir wünscht für diese Welt.“