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Für eine bessere Spendenkultur
10/25/2010 von Mia Bruckmayer
Archivtext

Marianne Strauß Stiftung

Hilfe für bayerische Bürger in Not

Nicht jede Geldbörse ist ausreichend gefüllt
© ArTo - Fotolia.com

Monika Hohlmeier, Max Josef Strauß und Dr. Franz Georg Strauß gründeten 1984 das private Hilfswerk zum Gedenken an ihre Mutter Marianne Strauß. Im Fokus steht die Unterstützung von Familien und Einzelpersonen, die unschuldig in Not geraten sind. Seit der Gründung im Jahr 1984 konnten 20.000 Betroffene mit einer Summe von 15 Millionen Euro unterstützt werden. Ein engagiertes Team hilft nicht nur mit Geld, sondern mit Rat und Tat. Einzelfälle, die den Rahmen der Stiftung sprengen würden, werden in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen gelöst. Die Verwaltungskosten beliefen sich im Jahr 2008 auf neun Prozent. Auch das DZI Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen bestätigt niedrige Werbe- und Verwaltungskosten sowie eine gute Arbeit. Seit 2009 darf die Stiftung das DZI-Spendensiegel führen.

Gründungsidee. Die Marianne Strauß Stiftung wurde nach dem tragischen Unfalltod der Gattin des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß gegründet. Seither hat sie sich zu einem bedeutenden privaten Hilfswerk für Bayern entwickelt. Die Stiftung wurde von den drei Kindern gegründet, die wie alle anderen Organe der Stiftung ihr Engagement ehrenamtlich einbringen. Am Sitz in München sind drei hauptamtliche und neun ehrenamtliche Mitarbeiter mit der Betreuung, Verwaltung und Organisation beschäftigt. Neben der Stiftung existiert ein Förderverein. Die Stiftung verfügt über einen Kapitalstock in Höhe von zehn Millionen Euro. Auf Nachfrage erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Franz Georg Strauß die Herkunft des Stiftungskapitals: „Von Anfang an war es Ziel der Marianne Strauß Stiftung, Rücklagen aufzubauen. So fanden seit 1985 viele Veranstaltungen zu Gunsten der Stiftung statt (…). Ferner gab es eine Reihe von Erbschaften.“

Projekte. Die Stiftung konzentriert sich hauptsächlich auf Einzelfallhilfe. Wirkungskreis ist Deutschland mit klarem Schwerpunkt in Bayern. Meist erfolgt die Unterstützung in Form von finanzieller Hilfe, aber auch durch intensive persönliche Betreuung. Die Bedürftigkeit der Personen ist durch Sozialberichte einer öffentlichen sozialen Beratungsstelle nachzuweisen. In diesem Bericht muss die persönliche und finanzielle Situation des Antragstellers belegt und erklärt werden. Gegebenenfalls erfolgen Hausbesuche. Die Stiftung übernimmt keine Schulden, Rechtsanwaltskosten oder medizinische Leistungen.

Procedere. Menschen, die sich in einer Notlage befinden, können telefonisch oder schriftlich an die Stiftung herantreten. Meistens kommen die Anfragen allerdings von anderen Einrichtungen. Die Caritas oder das Sozialreferat München kooperieren häufig mit der Marianne Strauß Stiftung. In einem genauen Prüfungsverfahren wird entschieden, welche Form der Unterstützung dieser Person am meisten hilft. Geldzuwendungen bis 2.500 Euro kann die Stiftungsleitung selbst entscheiden. Bei Beträgen darüber muss ein Vorstand mit unterzeichnen. Entscheidungen über Zuwendungen werden grundsätzlich individuell getroffen: „Wenn der Fall so ist, dass die Mitarbeiter auch privat Geld geben würden, dann kann auch Geld der Marianne Strauß Stiftung verwendet werden.“

Finanzen. Die Stiftung hat 2008 Spendeneinnahmen in Höhe von 240.000 Euro erzielt. Dieser Betrag stammt hauptsächlich von einem treuen Kreis von Spendern, da fast kein Geld für Spendenwerbung ausgegeben wird. Aus Nachlässen verbuchte die Stiftung 114.000 Euro, die zusammen mit weitern Einzelposten einen Gesamtertrag aus dem ideellen Bereich von 425.000 Euro ergaben. Zusammen mit den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen in Höhe von 527.000 Euro summierten sich 2008 die Gesamteinnahmen auf 952.000 Euro. Ausgegeben hat die Stiftung für Projektarbeit 638.000 Euro und für Werbung sowie Verwaltung 89.000 Euro. Der Restbetrag von 225.000 Euro ging in Höhe der Vermächtnisse ins Stiftungskapital und darüber hinaus in den Vortrag für 2009. Die aus Spendersicht entscheidende Verwaltungskostenquote lag folglich bei 9,3 Prozent der Gesamteinnahmen.

Stiftungsrat. Obwohl es gesetzlich nicht vorgegeben ist, hat die Marianne Strauß Stiftung einen Stiftungsrat als Kontrollorgan installiert. Zwischen sechs und zwölf Personen überwachen die Geschäftsführung durch den Stiftungsvorstand. Derzeit fungieren als ehrenamtlicher Vorstand Elke Gräfin von Pückler und als Vorsitzender Dr. Franz Georg Strauß. Beide sind allerdings auch im Stiftungsrat vertreten. Dies ist eine unnötige Interessenkollision und ist angesichts der anderen neun Stiftungsräte eigentlich überflüssig.

CW Meinung. Seit 26 Jahren engagieren sich die Mitarbeiter der Marianne Strauß Stiftung für das Wohl von Bedürftigen. Im Jahr 2008 waren es 1.630 Fälle, denen zu einem selbstbestimmten Leben verholfen wurde. Zweck der Stiftung ist es, die Eigeninitiative der Betroffenen zu wecken und die Selbstverantwortung jedes Einzelnen in Nächstenliebe zu unterstützen. Im öffentlichen Bereich soll das Bewusstsein für soziale und kulturelle Anliegen geweckt werden. Dies vertritt die Stiftung bei Veranstaltungen und in den Medien. Auf aktives Fundraising wird aus Kostengründen verzichtet. Einmal im Jahr findet ein Dankgottesdienst für Marianne Strauß mit anschließendem Treffen statt. Spender werden eingeladen und bewirtet. Dafür wurden 2008 7.200 Euro aufgewendet, die CharityWatch.de den Werbekosten zugeordnet hat, die zusammen mit den Verwaltungsausgaben im günstigen Bereich liegen. Sehr lobenswert ist außerdem die gelebte Transparenz und Auskunftsbereitschaft.

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