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Für eine bessere Spendenkultur
10/5/2010 von Stefan Loipfinger
Archivtext

Bild hilft e.V. – Ein Herz für Kinder

Unterlassungserklärung der Sparda-Bank Berlin

Das Logo kennt jeder.
Die Mittelverwendung nicht.
Foto: Jubiläums-Briefmarke

Im Rahmen einer zweimonatigen Werbeaktion anlässlich des 20-jährigen Jubiläums spendete die Sparda-Bank Berlin e.G. für jeden abgeschlossenen Vertrag zur Altersvorsorge 20 Euro an Bild hilft e.V. – Ein Herz für Kinder. Ein Leser von CharityWatch.de hat deshalb bei der Bank hinterfragt, weshalb diese Kooperation mit einem so intransparenten Verein wie Bild hilft geschlossen wurde? Die offizielle Antwort der Unternehmenskommunikation sollte den Kunden beruhigen, in dem sie die Berichterstattung von CharityWatch.de diskreditierte: "Nach Auskunft der Kollegen von Bild hilft e.V. ist die Darstellung auf der Seite CharityWatch so nicht korrekt und an vielen Stellen irreführend. Wenn sie dazu Detailfragen haben, können Sie sich gern am besten direkt an den Kommunikationsverantwortlichen von 'Ein Herz für Kinder', Tobias Fröhlich, wenden." Was konkret falsch oder irreführend an der Berichterstattung sei, wurde nicht ausgeführt. Zukünftig wird die Bank das auch nicht mehr behaupten, denn sie hat eine rechtsverbindliche Unterlassungserklärung abgegeben.

Bild hilft. Natürlich wurde zu dem Vorgang auch Tobias Fröhlich von der Öffentlichkeitsarbeit der Axel Springer AG befragt. Er sollte sich dazu äußern, ob er der Sparda-Bank gegenüber wirklich von einer nicht korrekten und an vielen Stellen irreführenden Darstellung gesprochen hat. Und wenn ja, was konkret falsch in dem Bericht „Bild Dir (k)eine Meinung“ ist. Wie schon im Vorfeld der damaligen Berichterstattung kam wieder eine ausweichende Antwort: „Wie Sie sich sicherlich erinnern, habe ich mich seinerzeit sehr zeitintensiv darum bemüht, Ihre Fragen nicht nur mündlich sondern auch schriftlich ausführlich zu beantworten (siehe Mail vom 7. Oktober 2009). Auch zu dem Ergebnis auf Ihrer Website habe ich Ihnen bereits mein Feedback gegeben.“ Das ist natürlich richtig, aber das Feedback enthält keine Hinweise auf falsche Tatsachenbehauptungen. Außerdem bleibt bis heute die zentrale Frage unbeantwortet, warum der Verein sich weigert, die genaue Verwendung der Spendengelder offen zu legen.

CW-Meinung. Im Oktober letzten Jahres kritisierte CharityWatch.de auch die Förderung des zweifelhaften Vereins SOS Projects durch Bild hilft. Die Zahlungen wurden kurz danach eingestellt. Das unterstützte Projekt sei ausgelaufen, stellte Fröhlich im Januar 2010 klar. Einen Zusammenhang mit der Berichterstattung hat er nicht gesehen. Egal, Hauptsache das Geld wird vernünftiger verwendet. Doch wie genau, bleibt leider weiter im Dunkeln. Warum die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank Deutschlands eine Werbeaktion unter dem Motto „Gemeinsam für Kinder“ aber gerade mit so einem Verein durchführt, ist schwer nachvollziehbar. Vor allem sollten die Genossen mal ein Werbeversprechen der Bank aus der damaligen Pressemitteilung dahingehend hinterfragen, welche Unterlagen der Verein dazu vorgelegt hat: „Jeder Cent der Spenden wird ohne Abzüge für bedürftige Kinder eingesetzt und kommt Projekten wie Kindergärten oder Jugendeinrichtungen zugute. Von den zugesagten Spendenmitteln werden keine Verwaltungs- und Werbungskosten bezahlt.“

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